Im Herzen des Oberen Valfurva, eingebettet in die grandiose Landschaft des Valle dei Forni, ist der Klettersteig „Jacopo Compagnoni“ bei Forni eine moderne, aussichtsreiche und didaktisch sehr interessante Route, die innerhalb des Nationalparks Stilfser Joch angelegt wurde.
Der Klettersteig verläuft auf den Felsvorsprüngen in der Nähe der Branca-Hütte, am Fuße der großen Gletscherwände der Ortles-Cevedale-Gruppe.
Die Route wurde so konzipiert, dass sie ein umfassendes Erlebnis beim Begehen von gesicherten Wegen bietet, ohne dabei hohe technische Schwierigkeiten aufzuweisen.
Er eignet sich daher besonders gut als erster Einstieg in alpine Klettersteige, erfordert jedoch eine gute Vertrautheit mit der Bergwelt, einen sicheren Tritt und den korrekten Umgang mit der Klettersteigausrüstung.
Der Klettersteig erstreckt sich über zwei aufeinanderfolgende Abschnitte – den unteren und den oberen Teil –, die auch einzeln begangen werden können.
Beide Abschnitte folgen natürlichen Linien am Fels, verlaufen überwiegend senkrecht und wechseln zwischen Querungen, Stufen, einfachen geneigten Platten, luftigen Kanten und kurzen, exponierteren Passagen ab.
Umgebung und technische Merkmale
Die Umgebung ist typisch alpin: Sie erstreckt sich zwischen 2.300 und 2.500 m Höhe, wobei mit plötzlichen Wetterumschwüngen zu rechnen ist. Der Zugang zum Klettersteig erfolgt über einen Moränenboden, der durch einen bequemen Weg erschlossen ist. Auf der Route des Klettersteigs ist die Felsqualität im Allgemeinen gut und der Verlauf durchgehend und logisch, mit vorschriftsmäßiger Ausrüstung bestehend aus:● durchgehendem Stahlseil;● Metallstufen;● Trittplatten;● eng beieinander liegenden Standplätzen und Verankerungen;● kurzer Hängebrücke.Aus technischer Sicht lässt sich der Schwierigkeitsgrad wie folgt einstufen:● CAI-Skala: EEA● Österreichische Skala: A/BDas Begehen erfordert keine besondere körperliche Kraft oder Klettertechnik, jedoch sind folgende Voraussetzungen erforderlich:● eine angemessene körperliche Fitness, die der Gesamtlänge der Route entspricht.● die Fähigkeit, sich in ausgesetzter Gelände zu bewegen;● Selbstständigkeit im Umgang mit der Klettersteigausrüstung;● keine Höhenangst;Die Route eignet sich für Wanderer mit Bergerfahrung und ist auch für Jugendliche geeignet (sofern sie minderjährig sind, in Begleitung).
Beschreibung der Route
Unterer Abschnitt: Der erste Abschnitt verläuft über geneigte Felsplatten und einfache Stufen, wobei der Höhenunterschied nie übermäßig stark ist. Der Aufstieg eignet sich ideal, um sich mit der Technik der kontinuierlichen Sicherung und den typischen Bewegungen auf Klettersteigen vertraut zu machen. Es gibt einige Querungen und kurze, exponiertere Abschnitte, die den technischen Charakter der Route erhöhen, ohne den Schwierigkeitsgrad wesentlich zu steigern. Die Ausgesetztheit bleibt moderat, doch die weite Aussicht auf das Tal und die umliegenden Gletscher macht die Route äußerst panoramareich. Der untere Teil endet in der Nähe der Schotterstraße, die zur Branca-Hütte führt.
Oberer Teil: Nach dem Überqueren der Straße führt ein kurzer Weg zum Einstieg des zweiten Abschnitts, der landschaftlich reizvoller und etwas steiler ist als der erste Teil. Hier folgt die Route sehr schönen natürlichen Linien auf gegliedertem Fels, mit einigen Passagen an kurzen, steilen Felswänden, die einen stärkeren Einsatz der Arme erfordern, wobei der Schwierigkeitsgrad jedoch moderat bleibt.
Die Umgebung wird zunehmend alpiner und offener, mit herrlichen Ausblicken auf das Valle dei Forni und die Gletscher des Ortler-Cevedale.
Insgesamt ist die Route sehr interessant und behält dabei einen „didaktischen“ Charakter bei, der darauf ausgelegt ist, den Wanderer zu einer bewussten und sicheren Weiterentwicklung zu begleiten.