Ihre schwierige geografische Beschaffenheit in Verbindung mit einer besonders reichhaltigen Natur haben diese beeindruckende Schlucht im Laufe der Jahre vor menschlichen Eingriffen bewahrt. Es ist unmöglich, sich der Faszination dieser wilden Schönheit zu entziehen. Und gerade für jene Wanderer, die gerne auf weniger ausgetretenen Pfaden, fernab der am meisten begangenen Routen, unterwegs sind, wollten die Freiwilligen des Cai Chiavenna ein Biwak errichten, das sich aufgrund seiner besonderen Beschaffenheit fast symbiotisch in die Umgebung einfügt, wobei sie Baumaterialien aus dem Gelände verwendeten: Holz und Stein.
Das Biwak bietet Platz für bis zu acht Personen, verfügt über ein paar Decken und eine kleine Heizung, die an die Gasflasche angeschlossen ist. Es ist als Übernachtungsmöglichkeit für diejenigen gedacht, die lange Strecken zu Fuß zurücklegen, in einen Schneesturm geraten oder in einem heftigen Gewitter festsitzen. Es gibt keine Essensvorräte, und Wasser muss aus einem nahe gelegenen Bach geschöpft werden, falls die Gäste nicht genügend davon haben.
Es gibt mehrere Wege nach Garzonedo.
Die direkteste ist die von Santa Croce di Piuro, die sich mühsam bis auf 1943 Meter zum Biwak hinaufwindet. Wer mit dem Auto anreist, kann sein Fahrzeug auf einem der Parkplätze des Ortes abstellen und zu Fuß den Schildern nach Crotto Quartino folgen. Von hier aus geht es weiter auf dem Weg, der die enge Schlucht hinaufführt, durch die der Bach Aurosina fließt. Die Ausgangshöhe beträgt etwa 500 m.
Der erste Halt ist der Weiler Tabiadascio auf einer Höhe von etwa 1250 m. Sobald man den Waldrand hinter sich gelassen hat, ist es wichtig, den Kontakt zu den roten und weißen Passmarkierungen zu halten. Die Steigung wird härter und allmählich erreicht man nach den wiederholten Serpentinen Garzonedo, wo sich das Biwak befindet, das durch die doppelte rot-weiße Farbe des Torkofels erkennbar ist. Vom Biwak aus kann man in Richtung Bocchetta di Scilano auf fast 2200 m Höhe fahren. Alternativ kann man auch über den Lago del Grillo gehen und von Uschione in der Gemeinde Chiavenna ins Tal zurückkehren. Für weitere Informationen empfiehlt es sich, die örtlichen Bergführer zu kontaktieren.